Neu bei uns: der ThemenKreis

Ab Mittwoch, dem 29. Februar gibt es ein neues Angebot der Evangelischen Jugend Zittau. Ich lade alle jungen und junggebliebenen Menschen zukünftig mittwochs ab 19:30 Uhr in das Häusel an der Weberkirche zu einem hoffentlich sehr lebendigen Kreis ein. Dem Bedürfnis folgend, dass es einen gemütlichen Ort gibt, an dem man sich treffen, diskutieren, zuhören, Bibellesen, singen, beten, also ganz normal zusammen sein kann, möchte ich diesen Kreis nach den Winterferien gründen.

Gerne habe ich ein offenes Ohr für Themen, die euch interessieren. Mail schreiben oder anrufen, dann schaue ich mal, was ich damit anfangen kann. In Zukunft möchte ich die inhaltliche Gestaltung in die Hände aller legen. Das heißt, jeder und jede kann ein Thema mitbringen, es vielleicht kurz "anmoderieren" und dann geht's in das Gespräch.  So zentriert sich der Kreis nicht um mich, sondern ist euer aller Kreis, in dem ihr euch hoffentlich so wohlfühlen könnt, dass ihr noch andere einladet.

Bin gespannt auf euch. Friedemann. 

Offene Weberkirche

Der Frühling ist ausgebrochen und somit auch die Bausaison. Die Außenarbeiten an der Weberkirche sind beendet. Nun geht es ernsthaft los mit dem kleinen Haus auf dem Weberkirchhof. Im Sommer soll alles fertig sein. Auch Innenarbeiten zur Gestaltung des Kirchenraumes scheinen - aus finanzieller Sicht - noch möglich zu sein. Optimistische Signale auch den Projektstart im September betreffend. Auch die Konzeption ist nochmal überarbeitet worden und ist damit jetzt auch leichter (und schneller) lesbar. Ein Argumentationspapier gibt Antworten auf ein paar wichtige Fragen. Hier die Downloads:

Kurzkonzept Offene Weberkirche - Juni 2011

Argumentationspapier

Hoffnung auf Projektstart

In Kürze: Antrag bei MissioFonds eingereicht. Titel: Offene Kirche - Stadtteilarbeit der Ev.-Luth. Kirchgemeinde St. Johannis Zittau.




In dieser Woche haben wir die Chance genutzt und beim MissioFonds des Landesjugendpfarramtes Sachsen einen Antrag auf Förderung einer Stelle für die Offene Arbeit in der Weberkirche gestellt. Das Projekt ist ja nun schon lange gereift und die Bauarbeiten an der Kirche weit fortgeschritten. Wenn der Winter vorbei ist, wird umgehend mit dem Gebäude auf dem Kirchhof begonnen. Dann sind alle räumlichen Bedingungen so, dass es losgehen kann.

Sollten wir den Zuschlag bekommen, so haben wir seit langem wiedermal die Möglichkeit, als Kirchgemeinde Menschen direkt anzusprechen, die wir sonst mit unseren Angeboten nicht erreichen. Wir können auf die zugehen, vor denen wir sonst gern die Augen verschließen. Das ist eine schwere und ehrgeizige Aufgabe. Aber Jesus selbst ist eben nicht nur zu den Reichen und Gebildeten gegangen. Richtig gefeiert hat er mit Bettlern, Zöllnern, Huren und Leuten, die man lieber nur von weitem gesehen hat. Offene Kirche könnte also heißen, eine Aufgabe von Kirche wieder neu zu lernen, Formen zu entwickeln, die diese Menschen aber auch alle anderen Neugierigen, ansprechen und ernst nehmen kann in ihren Bedürfnissen.

So wird es ständige Angebote geben und verschiedenartige Veranstaltungen, vom experimentierenden Gottesdienst über Konzerte, Themenabende, Filme etc. bis hin zur einfach offenen Kirche, in der jemand zuhört und ggf. auch in der Lage ist, eine erste Hilfestellung in einer schwierigen Lebenslage zu geben. Meine Hoffnung ist, dass unsere Weberkirche für den Stadtteil und weit darüber hinaus ein Experimentierfeld wird, in dem sich Menschen begegnen im Spannungsfeld zwischen ihrem eigenen - oft unbefriedigenden - Leben und der frohmachenden Botschaft des Evangeliums.



Unterstützt bitte unsere Arbeit. Bringt Ideen ein, helft beim praktischen Umsetzen des Konzeptes und betet für das Vorhaben und alle, die daran beteiligt sind.



Konzeption Offene Kirche Zittau



MissioFonds

Anfangen… Besuch in der Jugendkirche Chemnitz

Was wir auf der Fahrt nach Chemnitz gelernt haben, ist vor allem Folgendes: Auch auf einer Baustelle kann man anfangen. Ja, Jugendkirche ist ein Prozess. Ein langer und oft nervtötender dazu. Von den konzeptionellen Überlegungen bis zu einer lebendigen Jugendkirche vergehen Jahre und die Generation der Jugendlichen, die einmal mit am Konzept gearbeitet haben, sind selten die späteren NutzerInnen. Deshalb eben ist es auch so wichtig, nicht zu warten, bis alles fertig ist. Beeindruckt hat mich da der Ausspruch eines Gemeindeglieds: "Friedemann, wir treffen uns Montag und fangen an. Ich bring die Motorsäge mit." Klar war das ein bisschen überspitzt formuliert aber es machte mir auch klar, wenn wir in unserer Weberkirche eine neue Arbeit, ein offenes Haus etablieren wollen, dann müssen wir uns auch trauen, die Kirche völlig umzukrempeln. Viele beeindruckte vor allem das Bild einer Tischtennisplatte vor dem Altar. Wie passt das zusammen ? Ein kurzes Match in der Mittagspause konnte die Frage gleich beantworten. Es passt.

Auch die Erwartungen an eine Jugendkirche waren Thema im (leider viel zu kurzen) Austausch: Die mussten auch in Chemnitz korrigiert werden. Es ist eben eine Illusion, dass Jugendliche, die über die Offene Arbeit in den Kirchenraum kommen, um sich zu treffen, Tischtennis zu spielen, sich beraten zu lassen... dann auch in die Jugendgottesdienste oder andere Gemeindeveranstaltungen kommen. Es sind - in einem guten Nebeneinander - verschiedene Nutzergruppen entstanden, die nur punktuell Berührung haben. Soziale Arbeit sei, so Antje Kreuziger, eine Aufgabe unserer Kirche. Und es muss den Leuten zunächst einfach nur geholfen werden zu einem besseren Leben. Mission stehe auf einem anderen Blatt und ist kein Automatismus. Wenn sich junge Leute dann für den Glauben interessieren, so geben die MitarbeiterInnen natürlich gern Auskunft...

Die Jugendkirche Chemnitz - das sieht man schon an den folgenden Bildern - ist baulich nicht zu vergleichen mit der Weberkirche Zittau. Es war aber inspirierend, wie sich ein Kirchenraum neu erschließen kann, wenn man sich traut, ein paar große Schritte auf heutige Nutzergewohnheiten zu zu gehen.

Jugendkirche woanders – Gemeindeexkursion nach Chemnitz

Am 6. November diesen Jahres wollen wir nun die lang angedachte Besuchstour nach Chemnitz unternehmen. Wir sind eingeladen, uns die dortige Jugendkirche anzusehen und mit den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen ins Gespräch zu kommen. Damit wir diese Fahrt konkret planen können, bitten wir alle Interessierten, sich bis zum Freitag, dem 08. Oktober entweder in der Jugendberatung Zittau (03583/540719), bei Friedemann Herbig (03583/579950) oder im Pfarramt Zittau (03583 512367) verbindlich anzumelden.

Die Fahrt erfolgt in einem Reisebus. Es wird ein Eigenbeitrag von 10 Euro erhoben. Ansonsten wird die Fahrt vor allem durch Fördermittel der Sozialdiakonischen Offenen Jugendarbeit (SOJA) gefördert.

Eingeladen sind alle, die sich ein Bild machen wollen von den Möglichkeiten, den Konzepten, Finanzierungen und Chancen einer Jugendkirche. Das können nicht nur die Jugendlichen, sondern auch KirchvorsteherInnen, PfarrerInnen, MitarbeiterInnen oder Gemeindeglieder sein. Auch über Zittau hinaus. Schließlich ist unser Zittauer Projekt “Offene Weberkirche – stadtteilbezogene Sozialarbeit” auch als ein Zentrum von kirchlicher und offener Jugendarbeit gedacht, das auf den Kirchenbezirk ausstrahlen soll.

Aus dem Programm:

  • Abfahrt 08:00 vom Klosterplatz in Zittau Besuch Jugendkirche in Chemnitz, Theresenstraße etwa 11:00, Sozialpädagogin Antje Kreuziger wird uns begleiten

  • Mittagessen 12:00 in den Räumen der Jugendkirche

  • Gespräch/Austausch über Inhalte und Konzept der Jugendkirche zwischen 13:00 und 15:00 Uhr mit dem Jugendpfarrer Andreas Hermsdorf und dem Sozialpädagogen Peter Schumann

  • anschließend ein Gang zur Villa Esche, einem imposanten Jugendstilgebäude, in dem verschiedene Kunstsammlungen untergebracht sind. Gegen 15:30 werden wir dort Kaffetrinken

  • Rückfahrt gegen 16:30 Uhr


Ein P.S.: Leider kann ich bisher zu dem inhaltlichen Teil des Projektes "Offene Weberkirche - stadtteilbezogene Sozialarbeit" keine erfreulichen Nachrichten bringen. Gebaut wird - man kann es sehen. Aber es bereitet mir große Sorge, dass wir nach wie vor keinen Bescheid für den inhaltlichen Teil in der Hand haben und sich mittlerweile die Bedingungen für das Projekt enorm verschlechtert haben. Auch unsere Hoffnung, dass der Landkreis zu dem Projekt Geld hinzu gibt, hat sich zerschlagen. Immerhin ist die Kirchgemeinde aufgefordert, einen neuen Förderantrag für die Jugendberatung einzureichen, so dass wir guter Hoffnung sind, dieses Projekt gut weiterführen zu können. Um so wichtiger sind Initiativen, die unser Projekt im Bewusstsein bleiben lassen und noch einmal Kräfte mobilisieren, damit wir die Zittauer Weberkirche trotz der Widrigkeiten zu einem wichtigen Zentrum der kirchlichen Jugend- und Sozialarbeit aufbauen können.

Was ist Jugendkirche – eine Begriffserklärung

Der folgende Ausschnitt ist aus einem Artikel vom Portal der Jugendkirchen übernommen. Der Artikel auf dieser Seite ist überschrieben mit "Ja zur Jugendkirche - wenn sie gut gemacht ist" und erfordert einige Zeit zum Lesen ist aber eine interessante Abhandlung zum Thema, die Hintergründe, Formen, Entwicklungen etc. beleuchtet. Im Folgenden der besagte Ausschnitt:

"Nimmt man den Begriff Jugendkirche in seiner reinsten Bedeutung, gibt es Jugendkirche in der BRD in den seltensten Fällen - will sagen: Eine Kirche die ausschliesslich von Jugendlichen gestaltet und für Jugendliche da ist, wird es wohl so schnell nicht flächendeckend geben und existiert bei näherer Betrachtung letztendlich lediglich punktuell und temporär begrenzt. Der JuKi-Coach Willi Schönauer unternimmt hier nun einen Versuch, sich der Definition JuKi zu nähern, deren Hauptzielgruppe Jugendliche im Alter von 14 bis 18 (teils bis 27) Jahren darstellen:



  1. Jugendkirche ist ein lebendiger Ort, an dem Jugendliche ihre Spiritualität entdecken und leben können. Die Freude am Glauben ist erfahrbar, in einer Sprache, die Jugendliche verstehen. Sie bietet Raum zum Experimentieren und sich Glauben anzueignen. Jugendliche Lebenswelten, ihre Ästhetik und ihre Themen setzen sich in Beziehung zur Kirche. Es gibt einen kirchlichen Raum, der zumindest in Teilbereichen dauerhaft von Jugendlichen gestaltet ist.


  2. Jugendkirche ist niedrigschwelliges Angebot für Kirchenferne, aber auch inspirierender Ort für kirchennahe Jugendliche, mit  breit gefächertem Programm. Es gibt Jugendgottesdienste, die sind fast wie ein Konzert und Konzerte, die die spirituelle Kraft eines Gottesdienstes haben. Es ist möglich, einfach in das Café zu kommen, bei guter Musik Leute zu treffen und über Gott und die Welt zu reden, während nebenan die Proben für ein christliches Musical laufen, ein Kunstobjekt entsteht, ein Team  den nächsten Jugendgottesdienst plant und sich Jugendliche als SeelsorgehelferInnen ausbildenlassen.


  3. Jugendliche werden von Anfang an beteiligt, um eine große Zielgruppen-Nähe zu erreichen. Die Strukturen werden so gestaltet, dass Jugendlichen die Mitarbeit leicht fällt. Die hauptamtlichen MitarbeiterInnen moderieren, beraten und stellen sicher, dass Jugendliche IHRE Kirche realisieren können.


  4. Eine intensive Vernetzung mit den Kirchengemeinden, der Gemeindejugend, den Schulen, anderen Jugend- und Kultureinrichtungen, den Kulturschaffenden und anderen Jugendkirchen ermöglicht vielfältige Kooperationen.


  5. Die Jugendkirche wird ggf. gemeinsam mit der bisherigen Ortsgemeinde in gegenseitiger Abstimmung genutzt. Gestaltungselemente und technische Einrichtungen der Jugendkirche werden dauerhafter Teil der Kirchenausstattung."


Für alle, die der gesamte Text interessiert, hier mehr.

Kirchenvorstand beschliesst Nutzung Weberkirche

Nachdem es mehrere Gespräche und für mich klarere Informationen gibt, möchte ich den nachfolgenden Artikel, der im Februar im besten Wissen und Gewissen und ohne die Absicht, etwas falsch darzustellen, entstanden ist, an einigen Stellen korrigieren.  Mir ging es damals wie heute darum, den begonnenen Prozess um den (Wieder-)Aufbau einer Offenen Arbeit in Zittau zu beschleunigen. Ich habe das Bedürfnis, diesen Weg nicht als Einzelkämpfer zu gehen, sondern lege vor allem auch Wert darauf, dass die Jugendlichen - die ja die Vorarbeit zu einem wesentlichen Teil des Konzeptes (Jugendkirche) geleistet haben, in den Prozess möglichst transparent mit einbezogen werden.


Im Februar war der Fortgang der Antragsbearbeitung soweit, dass zwar die Mittel für den Bau auch von Landesseite bewilligt waren (die beschlossenen Haushaltsmittel der Stadt bilden nur einen Teil); für die Stelle der sozialen Arbeit aber liegt diese Zusage (bis heute) noch nicht vor. Das heißt, dass wir hier vor Ort diese Bewilligung abwarten müssen, bevor wir eine Ausschreibung und Besetzung der Stelle vornehmen können. So vergeht leider Zeit mit Warten, die eigentlich dringend benötigt würde, um  intensiv an der Umsetzung der "Jugendkirche" in einem Gesamtkonzept "Offne Weberkirche" zu arbeiten. (Einen ersten Ansprechort im Stadtteil schaffen, Konzeption weiterschreiben, erste Angebote probieren...)  (...)

Froh bin ich deshalb darüber, dass der Kirchenvorstand unserer Gemeinde sich das Thema und eine Grundsatzentscheidung über die Konzeption der Weberkirche auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung geschrieben (und inzwischen befürwortet) hat. Diese Befürwortung muss nun mit allen Akteuren als Arbeitsgrundlage der nächsten Jahre konkretisiert werden.

Alle, die sich in das Projekt "Offne Weberkirche" einbringen wollen - ob haupt- oder ehrenamtlich - haben dann erstmal eine Linie, ein Bild oder eine Vision, über die gemeinsam gestritten und an der gearbeitet werden kann. Manches wird vielleicht nicht 1 zu 1 umsetzbar sein und muss verändert werden. Wir haben aber ein gemeinsames Ziel und können dieses immer wieder gemeinsam in den Blick nehmen. Diesem Ziel muss letztendlich alles Bauen und Planen dienen. (Und dieses wiederum dem Aufbau unserer Gemeinde !)

Hier noch einmal die Möglichkeit, die Konzeption “Jugendkirche Zittau” vom 09.08.2009, erweitert und ergänzt am 14.09.2009  und die Kurzform als Text herunter zu laden. Wichtige Teile der Gesamtkonzeption (Sozialarbeit...) erscheinen hier nur andeutungsweise und werden als nächstes erarbeitet werden müssen.

Ich wünsche mir und unserer Kirchgemeinde, dass unser Kirchenvorstand weiterhin weise, mutige und in die Zukunft weisende Entscheidung trifft und sich traut, eine der liebgewordenen Kirchen für eine andere Art der Arbeit - die Offene Arbeit - zu öffnen in der Hoffnung, dass Menschen hineinfinden, die sich bisher bei uns nicht zuhause gefühlt haben. In der Hoffnung, dass wir ihnen dieses Zuhause anbieten können und wir mit ihnen etwas von der Ursprünglichkeit des Evangeliums wiederfinden mögen.

Diskussion auch in den Forumseiten !

(Die blau gekennzeichneten Textpassagen wurden geändert, korrigiert bzw. ergänzt. Zittau, den 25.03.2010)

Weberkirche

Es ist schon ein Weilchen her, als der folgende Beschluss im Zittauer Stadtparlament gefasst wurde:

Beschluss 085/09
Der Stadtrat der Großen Kreisstadt Zittau beschließt die Durchführung und Förderung der Maßnahme
- Weberkirche-Treff der Generationen-Teilsanierung des Denkmals Weberkirche
mit max. 425.000,00 €
- Weberkirche-Treff der Generationen-Neubau eines Mehrzweckgebäudes
mit max. 175.000,00 €
- Weberkirche-Treff der Generationen-Unterstützung der Sozialarbeit im Stadtteil
mit max. 50.000,00 €.


Nun konnte ich auch im Kirchenvorstand den bisher ausformulierten Teil der Jugendarbeit (Jugendkirche genannt) vorstellen. Das Echo war verhalten positiv und ein Beschluss, dieses Konzept in einer angepassten Form umzusetzen, ist in Sichtweite gerückt. Dann kann die Arbeit wirklich beginnen. Vor allem muss der im Konzept bisher nur erwähnte Teil der generationsübergreifenden Sozialarbeit ausformuliert werden.

Die schwierigen Fragen werden im Detail auftauchen. Was ist baulich umsetzbar ? Können wirklich alle Angebote aus der Apostelkirche in die Weberkirche wandern ? Wollen wir das oder müssen wir vielleicht auch mit der Zersplitterung der Angebote weiterleben ? Wie weit kann sich unsere Kirchgemeinde mit einem Treff Weberkirche tatsächlich öffnen, so dass kirchenferne Menschen sich für unsere Angebote interessieren ? Trauen wir uns, in einer unserer Zittauer Kirchen wirklich mal was Neues zu machen ? Gelingt es uns, Menschen zum Mitmachen zu motivieren ?

Ein solch umfangreiches und ehrgeiziges Projekt braucht tatsächlich auch Zeit zum Wachsen, anderseits aber werden jetzt Gelder bereitgestellt und die müssen in Kürze abgerufen, sprich verwendet werden - entsprechend der beantragten Idee.

Vorsichtiger Optimismus ?

Heute wurde es offiziell bekannt, dass unsere oberste Kirchenführung, das Landeskirchenamt in Dresden, einen großen Anteil zum Projekt Weberkirche zahlt. Das ist schön, muss doch dringend an der bedrohten Weberkirche gebaut werden. Der Schwamm im Dachstuhl gefährdet seit Jahren die schöne gotische Kirche, auch Sitz der Zittauer Jugendgottesdienste. Ein guter Schritt nach vorn also, dass demnächst gebaut werden kann.

Was heißt das aber für das Projekt "Jugendkirche" ? Hier gibt es noch immer überwiegend Unklarheit. Man könnte sagen, ein Schritt aus Richtung Landeskirche könnte nun auch die Stadt motivieren, sich zu ihrem Anteil zu bekennen. Nach meiner Kenntnis - und die ist leider noch nicht sehr umfassend - steht nun dem Bau an der Kirche nichts mehr entgegen, das zusätzliche Gebäude für die inhaltliche Arbeit und der Anteil für die Anstellung eines Sozialarbeiters und diverse Ausstattung sind aber weiterhin noch offen.

Für mich ist vor allem wichtig, dass die entworfenen inhaltlichen Fragen nicht auf der Strecke bleiben. Denn so schön wie sanierte Kirchen und wie notwendig auch vorhandene Räume sind, so helfen sie doch den Menschen, die Hilfe, Heimat und Zuwendung suchen nicht wirklich weiter. Deshalb ist für mich - wie schon früher geäußert - nach wie vor ein Bekenntnis zum Projekt "Jugendkirche" durch die Gemeindeleitung eine notwendige Basis für alle weiteren, auch strategischen und baulichen Überlegungen. Wider Erwartung ist noch Bewegung in die Vorgänge gekommen und es besteht Grund zu vorsichtigem Optimismus. Viel Zeit bleibt allerdings nicht mehr bis zum Jahresende, ist die spannende Frage, welches die nächsten guten Nachrichten sind - wahrscheinlich erst im neuen Jahr ?

Jugendkirchen auf dem Symposium

In den zurückliegenden Tagen trafen sich in Wuppertal (mächtig weiter Weg bis dahin !) eine große Zahl der Jugendkirchen und Jugendkirchprojekte aus dem deutschsprachigen Raum zu einem Symposium. Thematisiert wurde die Frage, wie viel Institution eine Jugendkirche verträgt. Schließlich haben einige der Initiativen ja auch schon einige Jahre auf dem Buckel...

Eine Reihe von Impulsvorträgen und Workshops vermittelte Eindrücke über die Entwicklung der einzelnen Projekte. Geniale Projekte stellten sich vor und es war schon schön, sich vorzustellen, eines Tages auch mal auf so eine bunte Geschichte blicken zu können. Natürlich traf ich auch Neulinge in der Szene, die erst seit kurzer Zeit mit ihrer Jugendkirche am Start sind. Da genug Zeit für den Austausch war, konnte ich eine Menge Anregungen mit nach Hause nehmen. Vor allem beeindruckte mich die Vielfalt von Formaten, Erscheinungsformen, Ideen und Veranstaltungen, die Jugendkirche ausmachen. Mir wurde deutlich, dass wir an vielen Stellen uns noch gar nicht getrauen, einmal Kirche auf den Kopf zu stellen und wieder neu zu denken. Und spannend wird es, wenn wir selbst an unsere Toleranzgrenzen stoßen. Wie weit können wir wirklich offen sein ? Sicher ist, dass die meisten Jugendlichen ein Bedürfnis nach Spiritualität und Religion in sich tragen. Sie lassen sich auch meist auf Kirche ein. Aber sie erleben diese eben meist als spießerisch oder bürgerlich (wie ihre Eltern), erstarrt (wie die Erwachsenenwelt zumeist) und kalt (und das vor allem auch im übertragenen Sinn). Jugendliche finden schwer Stellen, an denen sie mit ihrer Kultur an unsere Kirche andocken können. Die Jugendkirchen, die ich erlebte, versuchen in großer Vielfalt solche Andockmöglichkeiten zu finden. Eine Erfahrung dabei ist, dass Jugendliche plötzlich auch Spaß an Kirche finden, wenn es da gemütlich oder laut oder schräg oder kultig oder... zugeht.

Nun wieder zu Hause bin ich voller Optimismus und Ideen für unser gemeinsames Projekt. Ich weiß, dass es noch viele Stolpersteine geben wird - innerhalb und außerhalb unserer Kirchgemeinde. Aber Jugendkirche ist ja nicht an ein bestimmtes Gebäude gebunden. Jugendkirche ist ja vor allem ein Prozess. So möchte ich auch demnächst mit der Vorbereitung von ersten Veranstaltungen beginnen, die genau das mal versuchen und so die Kreativität anstacheln: Kirche auf den Kopf stellen und neu denken. Damit können wir jetzt schon anfangen. Damit wird auch das Bild deutlicher, wo wir eigentlich hin wollen mit unserer Jugendkirche.

Empfehlen möchte ich noch die thematisch intensiveren und umfangreicheren Berichte vom Symposium in Wuppertal: www.jukis.org

Hier auch weiterhin der Download der aktualisierten 2. Fassung der Konzeption "Jugendkirche Zittau" und ergänzend die Kurzform für alle, die nicht so viel lesen wollen (das sogenannte Handout einer Präsentation).

Freuen würde ich mich um Rückmeldungen, denn ich bin mir sicher, mein Text wirft auch Fragen auf oder provoziert Widerstand. Gern komme ich ins Gespräch. Denn nichts ist schlimmer als die "Hintenrumgespräche". Ich wünsche mir Anregungen, zielführende Diskussionen, offene Kritik und natürlich gaaanz viele Ideen.