Wir sind eine Macht – U18 wählt

Schon seit einigen Jahren läuft eine Aktion mit Namen U18, mit der Jugendliche unter 18 Jahren die Chance haben, selbst an einer Bundestagswahl teilzunehmen - auch wenn sie das "eigentlich" noch nicht dürfen. Die U18-Wahl am 18.09.2009 ist analog zur neun Tage später folgenden, echten Bundestagswahl organisiert.

Dass diese Stimmen eine Macht haben, wissen die meisten PolitikerInnen. Vielleicht sträuben sich deshalb so viele gegen das Anliegen der Aktion, das Wahlalter auf 16 herabzusetzen ? Sind junge Menschen U18 wirklich nicht in der Lage, für ihre Interessen zu entscheiden ? Wenn sie es könnten, würden sich die Verhältnisse in der Parteienlandschaft wohl ziemlich ändern. Das wäre ein Stück mehr Demokratie - auch wenn es vielleicht ein unbequemes Stück wäre...

Aktion U18

Hier kannst Du Dir die Aktion U18 direkt anschauen und mitmachen - wenn Du willst.

Friedemann.

Wählen gehn !

Am Sonntag wiedermal Wahlen. Die Plakate an den Straßenrändern sind nicht zu übersehn. Meist  aber auch nicht sehr aussagefähig. Manche sind sympatisch oder sind einfach von der besseren PR-Agentur entworfen. Leider sind in manchen Dörfern nur Plakate der NPD zu entdecken. Gibt es dort keine anderen Parteien ? Diese Plakate - immer ganz oben an den Laternenmasten - stechen hervor durch ihre absolute Eingängigkeit der Slogans (3 Worte kann sich jeder merken) und ihr bewusstes Provozieren (siehe Görlitz). Schön, dass sich dort BügerInnen zu Protesten aufgemacht haben. Darüber ist in der gestrigen SZ zu lesen. Dass die Wahlkämpfer der NPD auch Verunglimpfung und Rufmord von engagierten Personen aus der Region nicht scheuen, zeigt mir, dass hier wirklich mit allen Mitteln um die Macht gekämpft wird. Freundliche Worte und Schulterzucken sind deshalb zu wenig.

In einer Bibelarbeit beim Evangelischen Kirchentag in Bremen kam die Bischöfin Margot Käßmann auch auf die NPD zu sprechen: "Um gute Nachbarschaft geht es, um mutige Nächstenliebe, etwa wenn im Wahlprogramm der NPD die Rede ist von „psychologischer Kriegsführung jüdischer Machtgruppen gegen unser Volk“. Die NPD erklärt, Deutscher könne nur sein, wer „in die ethnisch- kulturelle Gemeinschaft des deutschen Volkes hineingeboren wurde.“ Die NPD sagt: „Afrikaner und Orientalen gehören ganz bestimmt nicht nach Deutschland“. Dass eine Partei, die derart fremdenfeindliche Parolen von sich gibt, die niederste Instinkte der Abwehr schürt und offen antijüdisch argumentiert, nicht verboten werden kann in unserem Land, das will ich nicht verstehen müssen." Sie kommt unmißverständlich zum Schluss, eine solche Partei ist für einen Christen nicht wählbar... Jesus Christus, selbst bekennender Jude, setzte sich für alle Menschen ein. Sein Kriterium war nicht Hautfarbe oder Nationalität, sondern einzig und allein, die Liebe Gottes zu den Menschen zu bringen - vor allem natürlich zu denen, die ihrer besonders bitter bedürfen. Das sind - auch heute noch - die Armen, Ausgegrenzten, Vergessenen, Flüchtlinge, Hungernden...

In Zittau kleben auch Plakate einer Initiative - Augen auf - Zivilcourage zeigen ! - die hier in der Region nicht unbekannt ist. Weitere Plakate und Infos  gibt es auf der Homepage von Augenauf zu sehn. Lohnt sich, mal reinzuschaun.

gegen_rechts_plakat Macht euch die Mühe und schaut euch nochmal die Wahlprogramme an. Das Internet macht ja die Recherche leicht.  Denkt nach, ob ihr wirklich wollt, was die NPD unverblümt auf ihren Internetseiten propagiert. Sprecht miteinander, mit euren Eltern, Mitschülern... macht euch stark für ein friedliches und kulturvolles Miteinander in unserem Land. Auch nach der Wahl.

Gestern unterwegs der Gedanke, wenn diese Leute wirklich eines Tages an die Macht kommen, dann werden sie als erstes wieder Konzentrationslager einrichten. Und die Listen, wer dort hin kommt, sind vielleicht schon fertig... Lasst es nicht soweit kommen !

Friedemann.